Clickern für Anfänger – Vergessene Tierherzen e.V.

Was ist Clickertraining – und warum funktioniert es?

Clickertraining ist eine wissenschaftlich fundierte Trainingsmethode, die auf positiver Verstärkung basiert. Beim Clickertraining fokussieren wir uns ganz bewusst auf erwünschtes Verhalten, das die Katze bereits zeigt. Wir verstärken also das, was gut läuft – nicht das, was wir nicht möchten. Dabei gilt eine einfache Regel: Verhalten, was sich lohnt, wird deine Katze häufiger zeigen.

Das Prinzip dahinter kennen wir auch aus dem menschlichen Alltag:

  • Positives Feedback führt dazu, dass wir etwas eher wiederholen.
  • Negatives Feedback lässt uns zögern oder vermeiden.

Im Grunde genommen ist Clickertraining nichts anderes als eine klare Form der Kommunikation zwischen Mensch und Katze. Mit Hilfe eines individuellen Markersignals – meist ein Click oder ein anderes akustisches Signal  –  kannst du deiner Katze eindeutig sagen: „Genau das, was du jetzt gerade machst, finde ich super.“

Das Markersignal funktioniert dabei wie ein Fotoapparat: Es „fotografiert“ den exakten Moment, den wir verstärken möchten. Da wir nur 0,5 bis 1 Sekunde Zeit haben, um gewünschtes Verhalten präzise zu markieren, wäre eine direkte Belohnung oft zu langsam. Der Click löst dieses Timing‑Problem: Er ist schnell, präzise und überbrückt die Zeit, bis das Leckerli folgt. So versteht die Katze ganz genau, welches Verhalten zur Belohnung geführt hat – auch wenn das Leckerli erst einen Moment später kommt.

Bevor das Markersignal im Training eingesetzt werden kann, muss deine Katze seine Bedeutung kennenlernen. Dafür nutzen wir die klassische Konditionierung: Die Katze lernt, dass auf das Markersignal immer eine Belohnung folgt. So entsteht die Verknüpfung „Click = Belohnung“.

Im eigentlichen Training arbeiten wir dann in kleinen, gut lösbaren Schritten. Es geht nicht darum, dass die Katze sofort das Zielverhalten zeigt, sondern darum, jeden richtigen Schritt in die gewünschte Richtung zu markieren und zu belohnen. So wird jede Trainingseinheit zu einem kleinen Dialog voller Erfolgsmomente – und genau das macht Clickertraining so effektiv und katzenfreundlich.

Warum sollte ich mit meiner Katze clickern?
Die meisten Katzen lieben Clickertraining und blühen regelrecht auf, wenn sie verstanden haben, wie das Training funktioniert. Katzen genießen selbstbestimmtes Lernen – und Clickertraining gibt ihnen genau diese Möglichkeit. Sie erleben, dass ihr eigenes Verhalten etwas bewirkt.

Gleichzeitig ist Clickertraining viel mehr als das Üben von Tricks wie „High Five“ oder „Männchen machen“: Es hilft deiner Katze, über sich hinauszuwachsen. Durch viele kleine Erfolgserlebnisse lernt sie: „Wenn ich etwas tue, kann ich Einfluss auf meine Umwelt nehmen – und werde sogar dafür belohnt.“ Dieses Gefühl von Selbstwirksamkeit ist enorm wichtig – besonders für unsichere oder ängstliche Katzen. Es stärkt das Selbstvertrauen und gibt deiner Katze Sicherheit im Alltag.

Ein weiterer großer Vorteil: Clickertraining ist unglaublich vielfältig einsetzbar. Du kannst es nutzen für:

  • Tricktraining – ideal für mentale Auslastung und Beschäftigung
  • Medical Training – z.B. Transportbox, Tierarzttraining, Tablettengabe oder Bürsten
  • Angstbewältigung –  z.B. bei Türklingel, Staubsauger, Besuch oder Silvester
  • Alternativverhalten – wenn deine Katze ein unerwünschtes Verhalten zeigt

Und nicht zuletzt: Clickertraining macht einfach Spaß – für beide Seiten. Es schafft gemeinsame Erfolgsmomente, stärkt die Bindung und das gegenseitige Verständnis und sorgt für eine richtig schöne Zeit miteinander.

Was brauche ich alles zum Clickern?
Für das Clickertraining brauchst du erstaunlich wenig – und vieles davon hast du wahrscheinlich schon zu Hause. Die wichtigsten Bestandteile sind ein Markersignal, eine passende Belohnung und zwei kleine Orientierungshilfen für deine Katze: ein Start- und ein Endsignal.


 1.  Das Markersignal

Das Markersignal ist das wichtigste Werkzeug im Clickertraining. Es „markiert“ den exakten Moment, in dem deine Katze etwas richtig gemacht hat, und kündigt gleichzeitig die Belohnung an. Damit das zuverlässig funktioniert, sollte das Markersignal kurz, eindeutig und immer gleich klingend sein. Außerdem sollte es nicht im Alltag vorkommen, damit es seine Bedeutung nicht verliert und von deiner Katze nicht missverstanden wird.

Welches Markersignal eignet sich?
Ein leiser Clicker: Viele handelsübliche Clicker sind für Katzenohren viel zu laut. Nutze deshalb unbedingt einen leisen, angenehmen Clicker – keine lauten Boxenklicker. Besonders empfehlenswert ist der Clicino Clicker Ring. Er hat eine angenehme Lautstärke und lässt sich am Finger tragen, sodass du beide Hände frei hast.

Ein Markerwort / selbst erzeugtes Geräusch: Du kannst auch ein kurzes Wort wie „Yes“ nutzen. Wichtig ist, dass es immer gleich klingt – was mit der Stimme manchmal schwierig ist, da sie sich je nach Stimmung verändert. Noch besser ist ein Geräusch, das du selbst erzeugst, z.B. ein Zungenschnalzen. Es ist präzise, immer gleich und kommt im Alltag nicht zufällig vor.

 

2.       Die richtige Belohnung

Damit deine Katze im Training motiviert mitmacht, brauchst du eine Belohnung, die sich wirklich für sie lohnt. „Belohnung“ bedeutet alles, wofür deine Katze bereit ist, etwas zu tun – bei den meisten Katzen ist das Futter.

Welche Belohnungen eignen sich?
Grundsätzlich kannst du mit allem trainieren, was deine Katze gerne frisst: Ob Trockenfutter, Schleckpaste, Knusperkissen, Katzensticks oder gefriergetrocknete Snacks – hauptsache es schmeckt deiner Katze. Du kannst auch mit dem regulären Nassfutter trainieren, sofern dieses bei deiner Katze beliebt genug ist.

Nass- und Trockenfutter hat den Vorteil, dass es ein Alleinfuttermittel ist und du damit bedarfsdeckend trainierst, anstatt nur „leere Kalorien“ zu verfüttern. Da viele Leckerlis sehr kalorienreich sind (Schleckpasten sind hier die Ausnahme), ist es wichtig, das Gewicht deiner Katze im Blick zu behalten und die Belohnungen in die Tagesration einzurechnen.

Die Belohnung sollte möglichst klein sein, damit deine Katze sie schnell schlucken kann und nicht ewig mit dem Kauen beschäftigt ist. Falls notwendig, brich oder schneide sie also vor dem Clickertraining in viele kleine Stücke.

Finde heraus, was deine Katze wirklich liebt
Bevor du mit dem Clickertraining startest, lohnt es sich, verschiedene Belohnungen auszutesten. Eine einfache Methode:

  1. Lege 5 verschiedene Snacks im Kreis auf den Boden oder auf einen Teller.
  2. Falls sich die Belohnungen optisch zu sehr ähneln, lege kleine Zetteln mit Nummern daneben.
  3. Beobachte, was deine Katze zuerst, zuletzt oder gar nicht frisst.

So kannst du eine individuelle Wertigkeitsliste für deine Katze erstellen und die Leckerlis in die Kategorien „schlecht“, „so lala“, „gut“, „super“ und „dafür würde ich alles tun“ unterteilen. Für das Clickertraining eignen sich Belohnungen im Bereich „gut“ bis „super“ am besten. Zu hochwertige Snacks können manche Katzen zu gierig machen – dann schalten sie im Training komplett das Gehirn aus.

 

3.       Start- und Endsignal

Damit deine Katze genau weiß, wann eine Trainingseinheit beginnt und wann sie endet, solltest du ein Start- und ein Endsignal einführen. Beide Signale schaffen Vorhersehbarkeit und geben Sicherheit.

Das Startsignal ist ein kurzes Wort, ein Satz oder eine kleine Geste, die du immer direkt vor dem Training verwendest, zum Beispiel „Jetzt clickern“. Das Endsignal beendet eine Trainingseinheit. Auch hier kannst du ein gleichbleibendes Wort oder eine Geste wählen, zum Beispiel „Feierabend“ in Kombination mit einer Handbewegung.

Natürlich versteht deine Katze Start- und Endsignal noch nicht von Beginn an, doch  durch regelmäßige Wiederholung verknüpft sie die Bedeutung ganz automatisch.

 

4.       Optionale Hilfsmittel

Es gibt Hilfsmittel, die das Clickertraining deutlich erleichtern. Besonders praktisch ist eine Leckerlitasche. Sie sorgt dafür, dass du beide Hände frei hast und die Belohnungen schnell griffbereit sind, ohne erst in der Hosentasche kramen zu müssen. Gleichzeitig verhindert sie, dass deine Katze ständig zum Schälchen mit den Leckerlis läuft und nur noch darauf fixiert ist. So wird das Training für euch beide flüssiger und entspannter.

 

Auch ein ausziehbarer Targetstab kann ein hilfreiches Werkzeug sein. Er besteht aus einem kleinen Stab mit einer Kugel am Ende, an die die Katze ihre Nase halten soll. Damit lassen sich Bewegungsübungen und Tricks wie „Dreh dich“, „Männchen machen“ oder „Slalom laufen“ besonders gut aufbauen. Ein Targetstab ist kein Muss, eröffnet dir jedoch viele zusätzliche Trainingsmöglichkeiten.

Euer Start in das Clickertraining
Du weißt jetzt, wie Clickertraining grundsätzlich funktioniert, warum es so
sinnvoll ist und was du für den Anfang benötigst. Aber wie genau startest du
jetzt mit deiner Katze?

Bevor wir mit dem
eigentlichen Training starten können, ist der erste Schritt die klassische Konditionierung
auf das Markersignal. Ziel der Konditionierung ist es, das Markersignal mit
einer positiven Belohnung zu verknüpfen. Wie genau das funktioniert, erfährst
du im nachfolgenden Video:

Anbei nochmal eine kurze Schritt-für-Schritt Anleitung:

1.      Nullposition einnehmen

2.      Markersignal auslösen

3.      Hand geht so schnell wie möglich zum Leckerli

4.      Leckerli der Katze geben

Wiederhole diese Schritte insgesamt fünfmal. Danach machst du eine kurze Pause und startest wieder von vorn. Fünf Durchgänge mit je fünf Leckerli reichen in der Regel
völlig aus, um deine Katze erfolgreich auf das Markersignal zu konditionieren –
idealerweise verteilt auf maximal zwei Tage.

Falls du zwei Katzen hast, dann kannst du die Konditionierung theoretisch auch mit beiden
gleichzeitig machen. Mit mehr als zwei Katzen ist es jedoch nicht empfehlenswert – wir besitzen schließlich nur zwei Hände.

Sobald du die Konditionierung erfolgreich abgeschlossen hast und deine Katze das Markersignal verinnerlicht hat, kannst du direkt die ersten Tricks ausprobieren. Ab hier beginnt der spaßige Teil des Trainings. Nachfolgend findest du zwei Erklärvideos für Klassiker unter den Einsteigertricks: das Nasentarget und das Pfotentarget.

So gelingt euer Training – die wichtigsten Regeln

Damit du gut in dein Training starten kannst, kommen hier
die wichtigsten Grundregeln nochmal kompakt zusammengefasst. Sie bilden das Fundament
für ein entspanntes, erfolgreiches und katzenfreundliches Training.

Gute Vorbereitung ist alles. Bereite vor einer Trainingseinheit alles vor, was du benötigst. Hast du deinen Clicker / dein Markersignal zur Hand? Hast du die Leckerlis griffbereit, idealerweise in einer Leckerlietasche? Befindet ihr euch in einer möglichst ruhigen, ablenkungsarmen Umgebung – ohne andere Katzen oder störende Geräusche?

Training kurz halten
Am effektivsten trainierst du, wenn du die Trainingseinheiten sehr kurz hältst –
also maximal 1 bis 2 Minuten. Für den Anfang reichen 5 bis 10 Clicks völlig aus
– dann eine kurze Pause, in der du beispielsweise Leckerli wegwirfst oder etwas
Schleckpaste auf eine Schleckmatte machst. Wenn deine Katze danach nochmal zu
dir kommt, kannst du eine zweite Runde mit 5 bis 10 Clicks machen.
Es gibt kein zu kurzes Training!
Ein sehr kurzes Training mit vielen Erfolgserlebnissen ist viel besser als ein zu langes Training, in dem Frust aufkommt.

Im richtigen Moment aufhören.
Sobald deine Katze das gewünschte Verhalten zeigt oder einen besonders schönen Versuch
hinlegt, kannst du die Trainingseinheit an genau dieser Stelle beenden und ihr einen Jackpot (mehrere Leckerli auf einmal) geben. Es ist völlig normal, dass man weitermachen möchte, wenn es gerade so gut läuft. Doch oft wird der nächste Versuch nicht mehr so sauber. Wenn du mit dem besten Moment aufhörst, speichert deine Katze genau diesen als Erfolgserlebnis ab. So lernt deine Katze am effektivsten – und ihr startet außerdem mit einer wunderbar positiven Grundstimmung in die nächste Trainingseinheit.

 

Spaß haben
Clickertraining soll euch beiden Freude machen! Deine Katze lernt am besten, wenn
du entspannt, neugierig und gut gelaunt bist. Deshalb gilt: Trainiere nicht,
wenn du gestresst oder nicht gut drauf bist. Katzen haben ein sehr feines
Gespür für unsere Stimmung – und ein Training unter Druck führt selten zu
schönen Ergebnissen. 

Genauso wichtig: Rückschritte gehören dazu. Jede Katze hat

ihr eigenes Lerntempo, ihre eigenen Tagesformen und ihre ganz persönlichen
Stärken. Manche machen große Sprünge, andere brauchen etwas länger. Das ist
völlig normal. Bleib geduldig, gib deiner Katze Zeit und übe einfach regelmäßig
mit ihr – du wirst sehen, es lohnt sich.

 

Clicker-Spickzettel für Anfänger – so läuft eine
ideale Trainingseinheit ab:

1.      Überlege dir das Trainingsziel für die Trainingseinheit:
       Was m
öchtest du erreichen, welches konkrete Verhalten möchtest du mit dem
       Markersignal einfangen?

2.     Bereite alles notwendige für das Training vor (Clicker, Belohnung, Leckerlibeutel,
       ruhige Umgebung, ggf. Hilfsmittel)

3.      Lasse deine Katze freiwillig zu dir kommen und nimm deine Nullposition ein.

4.     Stelle dir ggf. einen Timer auf eine Minute.

5.     Gib deiner Katze das Startsignal.

6.      Trainiere mit deiner Katze und hab Spaß.

7.      Gib zum Abschluss der Trainingseinheit das Endsignal.

8.      Ein Cool-down nach der Trainingseinheit ist immer eine gute Idee:
        Biete deiner Katze zum Beispiel eine Spieleinheit, ein Fummelbrett oder eine
        Schleckmatte an.
 

Falls du jetzt noch Fragen hast: Keine Sorge! Weiter unten wartet ein kleines Q&A mit den
häufigsten Fragen zum Clickertraining auf dich.

Viel Spaß beim Üben mit deiner Katze – und möge euer Snack‑Vorrat immer gut gefüllt sein

Q&A Clickertraining

Kann ich mit jeder Katze trainieren?

Absolut! Jede Katze kann trainiert werden, egal ob jung, alt oder irgendwo
dazwischen. Achte lediglich darauf, dass die Übungen zu ihren körperlichen
Fähigkeiten passen. Und selbst bei Einschränkungen wie Blindheit oder Taubheit lässt
sich das Training wunderbar anpassen – ein bisschen Kreativität reicht völlig
aus.

Brauche ich unbedingt einen Clicker bzw. ein Markersignal?
Ja! Der Grund dafür ist einfach: Du hast nur 0,5 bis 1 Sekunde Zeit, um
gewünschtes Verhalten zu markieren. Wenn du ohne Markersignal (z.B. Clicker oder
Zungenschnalzen) arbeitest, ist es fast unmöglich, das gewünschte Verhalten im
richtigen Moment einzufangen. Wenn du erst in deiner Tasche nach einem Leckerli
kramst oder versuchst die Zeit bis dahin mit lobenden Worten zu überbrücken,
belohnst du durch das ungenaue Timing oft ein ganz anderes Verhalten als
eigentlich gewünscht.

Wie viel Zeit brauche ich täglich und wie oft sollte ich trainieren?
Eine Trainingseinheit sollte idealerweise maximal 1 – 2 Minuten dauern. Am
Anfang halte es gerne noch kürzer. 5-7x Trainingseinheiten pro Woche sind ein
gutes Maß. Möchtest du gerne öfter oder mehrmals täglich trainieren, kannst du
das natürlich tun, aber ebenfalls in kurzen Sessions. Sobald deine Katze später
mehrere Übungen beherrscht, kannst du auch unterschiedliche Übungen in einer
Trainingseinheit kombinieren.

Meine Katze mag keine Leckerlies / ist überhaupt nicht futtermotiviert. Kann ich auch ohne Futter belohnen?
Grundsätzlich ist jede Katze futtermotiviert, denn ohne zu fressen würde
sie nicht überleben. Falls deine Katze allerdings nicht gerne frisst oder kaum Interesse
an Leckerli zeigt, steckt dahinter in der Regel eine tiefergehende Ursache. Das
können medizinische Gründe wie Schmerzen sein oder auch Verhaltensfaktoren wie
Stress, Unsicherheit oder Überforderung. In solchen Fällen lohnt es sich,
genauer hinzuschauen und die Ursache abklären zu lassen – denn eine gesunde,
entspannte Katze frisst normalerweise gern.

Theoretisch können auch Spiel, Streicheln oder der Zugang zu einem Lieblingsort tolle Belohnungen sein – da hat jede Katze individuelle Vorlieben. Für das Clickertraining sind sie jedoch eher unpraktisch, weil wir in kurzer Zeit möglichst häufig belohnen möchten. Futter ist einfach am präzisesten und daher am besten geeignet.


Was sollte ich beimClickern im Mehrkatzenhaushalt beachten?
Gerade wenn ihr mit dem Clickertraining startet und etwas Neues übt, ist es sinnvoll,
mit jeder Katze einzeln zu trainieren. Für euch beide ist das Training neu – und so kannst du deinen Fokus vollständig auf eine Katze richten. Gleichzeitig vermeidest du, dass eine zweite Katze dazwischenfunkt, sich vordrängelt oder zu sehr ablenkt. Separiere deine Katzen für die Trainingseinheiten am besten in unterschiedliche Räume oder beschäftige sie für die Dauer der Einheit mit Fummelbrettern und ähnlichen Angeboten. Später kannst du zum
Beispiel Warteplätze einführen und so auch ganz entspannt mit mehreren Katzen
gleichzeitig trainieren. Das braucht ein wenig Zeit und Übung, funktioniert
aber wunderbar, wenn die Grundlagen sitzen.


Ich habe schonmal versucht zu clickern, aber meine Katze hatte keine Lust auf das Training. Was kann ich tun?
Mangelnde Motivation kann verschiedene Gründe haben.
Einer der häufigsten Gründe ist, dass die Katze es nicht kennt, sich auch mal Futter zu erarbeiten, da sie im Alltag durchgehend Futter zur Verfügung hat oder die Gesamtfuttermenge den Energiebedarf übersteigt. Hier hilft es oft schon, nur noch Nassfutter im Napf anzubieten und Trockenfutter und Leckerlies ausschließlich erarbeiten zu lassen – entweder in Fummelbrettern oder im Training.
Wenn die angebotene Belohnung nicht attraktiv genug ist, dann ist die Katze nat
ürlich auch nicht bereit, dafür etwas zu tun prüfe in dem Fall, ob du deiner Katze eine hochwertigere Belohnung anbieten kannst. Achte außerdem auf die Umgebung: Ist sie ruhig genug? Fühlt sich deine Katze sicher? Kann sich deine Katze gut konzentrieren oder gibt es zu viel Ablenkung durch andere Katzen, andere Menschen oder störende Geräusche?


Was soll ich tun, wenn ich im falschen Moment geklickt habe?

Fehler passieren – wir verklicken uns alle mal. Gib deiner Katze trotzdem unbedingt das Leckerli, auch wenn der Click versehentlich war. Durch die klassische Konditionierung „Click = Leckerli“ hast du ihr beigebracht, dass jeder Click ein Versprechen ist – und dieses Versprechen solltest du immer einlösen.