Schön, dass Sie sich bei unseren Katzen umschauen.
Wir vermitteln Katzen grundsätzlich nicht in Einzelhaltung.
Warum? Ganz einfach: Es ist nicht artgerecht. Katzen sind zwar Einzeljäger, aber keine Einzelgänger. Sie sind soziale Tiere und benötigen Artgenossen, um ihr natürliches Verhalten ausleben zu können.
Es gibt nur wenige Ausnahmen, zum Beispiel ältere Katzen, die das Zusammenleben mit Artgenossen nie kennengelernt haben und dadurch die „Katzensprache“ verlernt haben.
Umso wichtiger ist: Kitten werden bei uns unter keinen Umständen in Einzelhaltung vermittelt. Sie brauchen zwingend einen gleichaltrigen Partner – und das ist keine Katze mit 3 oder 4 Jahren, geschweige denn eine Seniorin mit 16 Jahren. Die Kindheit ist kurz, und sie sollten diese Zeit mit passenden Spielkameraden verbringen dürfen.
„Meine Katze ist glücklich, sie folgt mir überall hin – ich reiche ihr als Bezugsperson.“
Doch wer sagt, dass die Katze wirklich glücklich ist? Häufig arrangieren sich Katzen einfach mit ihrer Situation, weil sie keine Alternative haben. Übermäßige Anhänglichkeit kann zudem bereits ein Hinweis auf eine Verhaltensauffälligkeit sein.
Seien wir ehrlich: Viele von uns sind täglich etwa 8 Stunden arbeiten, dazu kommen Arbeitsweg und Schlaf – schnell sind 16 Stunden des Tages verplant. Hinzu kommen Haushalt, Einkäufe, Termine und Freizeit. Wie viel Zeit bleibt da noch für intensive Beschäftigung, Spiel und Zuwendung? In den meisten Fällen leider zu wenig.
„Meine Katze ist Freigänger und hat draußen ihre Freunde.“
Draußen befinden sich Katzen meist im Jagdmodus. Dort überwiegt Konkurrenzverhalten, nicht soziale Bindung. Freigang kann einen Artgenossen im Zuhause niemals ersetzen.
„Meine Katze akzeptiert keine anderen Katzen.“
Hier kommt es entscheidend auf die passende Partnerwahl an. Die Faustregel lautet: gleiches Geschlecht, ähnliches Alter und ein vergleichbarer Charakter.
Auch wir Menschen verstehen uns nicht mit jedem – warum sollten Katzen das tun? Ein aktives Jungtier passt nicht zu einem ruhigen, älteren Tier. Unterschiedliche Bedürfnisse führen hier zwangsläufig zu Stress.
Eine anfängliche Abwehrhaltung bei der Zusammenführung ist völlig normal. Schließlich würden auch wir irritiert reagieren, wenn plötzlich ein fremder Mitbewohner unangekündigt einzieht. Liebe auf den ersten Blick ist bei Katzen selten.
Bei älteren Tieren, langjähriger Einzelhaltung oder bereits gescheiterten Vergesellschaftungen empfiehlt sich eine langsame Zusammenführung, zum Beispiel mit einer Gittertür.
Es liegt in unserer Verantwortung, soziale Isolation zu verhindern und unseren Katzen ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Mit Geduld, Wissen und der richtigen Herangehensweise lässt sich nahezu jede Katze erfolgreich vergesellschaften.
Wir – und die meisten Tierschutzvereine – handeln nach diesen Grundsätzen. Denn für uns steht das Wohl der Tiere an erster Stelle, nicht allein die Bedürfnisse der Menschen.
Und ganz ehrlich: Wer einmal erlebt hat, wie Katzen miteinander spielen, sich putzen und eng aneinander gekuschelt schlafen, möchte ihnen dieses Glück nie wieder vorenthalten.
Der Ablauf einer Adoption:
Sie füllen die Selbstauskunft aus, damit wir Sie etwas kennenlernen. Zu den Formularen geht es hier.
Danach werden Sie von uns kontaktiert. Wir klären ab, ob das gewünschte Tier vom Alter und Charakter zu den vorhandenen Tieren passt und beraten ggf., welches besser geeignet wäre.
Dann vereinbaren wir einen Besuchstermin, wo Sie das Tier auf einer unserer Pflegestellen kennenlernen können. Passt die Chemie zwischen Mensch und Tier von beiden Seiten, vereinbaren wir einen Termin zur Vorkontrolle bei Ihnen zu Hause. Dort werden noch einige Details abgefragt, die Wohnräume und Umgebung angeschaut, auf Gefahrenquellen hingewiesen etc. Sind wir nach dieser Vorkontrolle überzeugt, dass das gewünschte Tier passt, teilen wir Ihnen das mit. Bitte seien Sie nicht enttäuscht, wenn ein „Nein“ kommt. Das liegt in der Regel nicht per se am Menschen, aber es gibt dann meist Punkte, warum DIESES Tier nicht zu DIESEN Menschen und ihren Alltag passt oder bei ungesichertem Freigang halten wir die Umgebung für nicht sicher genug.
Sie kommen von weiter weg und interessieren sich für eins oder mehrere unserer Tiere? Wir vermitteln deutschlandweit, das ist also kein Problem für uns! In diesem Fall ist das Procedere etwas anders. Nach Zusendung der Selbstauskunft und Abklärung, ob das Tier auch zu Ihnen und Ihren anderen Tieren passt, organisieren wir über andere Tierschutzvereine oder private Tierschützer in Ihrer Nähe eine Vorkontrolle. Fällt diese positiv aus, machen Sie sich auf den Weg zu uns und besuchen das gewünschte Tier. Springt der Funke bei diesem Besuch über, machen wir mit Ihnen einen Schutzvertrag und Sie dürfen das Tier direkt mitnehmen.

