Brummer:
Tierliebe und Geldnot: was passiert, wenn ich mein Tier nicht mehr versorgen kann aber nicht loslassen kann
Im Mai 2024 bekamen wir einen Hilferuf. Ein älterer Mann war ins Krankenhaus gekommen, sein Kater wäre allein und unversorgt in der Wohnung. Wir sagten zu, „Brummer“, einen ca. 15 Jahre alten Maine Coon Kater, in Obhut zu nehmen.
Als der Kater bei uns ankam, bot sich uns ein Bild des Jammers. Der einst sicher einmal stattliche Maine Coon (Kater bringen es bei dieser Rasse auf ein Gewicht von 6-10 kg) wog keine 4 kg, war abgemagert bis auf die Knochen und völlig verfilzt.
Es war klar, er muss SOFORT dringend dem Tierarzt vorgestellt werden. Dort wurde Blut abgenommen und Brummer unter leichter Sedierung der Filz abgeschoren, der eine einzige Platte war. Dabei musste er zusätzlich Flüssigkeit bekommen, weil er stark dehydriert war. Seine Zähne waren eine einzige Katastrophe, aber richtig narkosefähig war er in dem Zustand nicht und sollte erst einmal gepäppelt werden. Er bekam Schmerzmittel, regelmäßig kleine Portionen Futter, um seine Organe nicht zu überlasten, dazu noch hochkalorische Päppelnahrung, damit er etwas Gewicht zulegt.
Brummers Herrchen wurde über seinen Zustand informiert, er konnte sich die Behandlungen nicht leisten, war selbst sehr schwer erkrankt und konnte sich nicht mehr richtig um ihn kümmern, daher hat er seinen Kater an unseren Verein überschrieben, damit ihm geholfen werden kann und wir ein neues Zuhause für ihn finden können.
Brummer war ein sehr lieber und geduldiger Patient. Leider ging es ihm ein paar Tage später plötzlich schlechter, er bekam schweren blutigen Durchfall und erbrach sich mehrfach. Also ging es direkt in die Tierklinik.
Brummers Zustand war so alarmierend, dass die Tierärzte uns keine Hoffnung machten und dazu rieten, ihn gehen zu lassen. Er hatte Wasser in der Lunge und im Bauchraum, die Organe versagten, er war stark geschwächt.
Wir hätten dem süßen Schatz gern noch einmal ein liebevolles Zuhause gesucht, wo er noch ein paar schöne Jahre hat. Leider war seine Vernachlässigung schon zu weit fortgeschritten, wahrscheinlich konnte er schon eine ganze Weile bevor wir ihn aufnahmen, von seinem Herrchen nicht mehr richtig versorgt werden. Wir haben ihn dann einschläfern lassen, damit er nicht weiter leiden musste.

